Zephyr/Zodiac Mk. IV (3008E, 3010E, 3012E, 3022E)

Baujahre: 1966-1972 in Dagenham/GB, Stückzahl 102.417 Zephyr und 48.846 Zodiac
Motor: 1.996 ccm "Essex" V4 mit 88 PS und 2.996 ccm (bzw. 2.495 ccm mit 115 PS) "Essex" V6
Kraftübertragung: Viergang Schaltgetriebe (a.W. mit Overdrive, 3-Gang Automatik oder Lenkradschaltung), Hinterradantrieb (a.W. Ferguson 4x4)

Zodiac Executive
Zodiac Executive

Als Ford England am 20. April 1966 die Zephyr/Zodiac Modelle der vierten Generation vorstellte, handelte es sich um komplett neu entwickelte Fahrzeuge. Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen rundum sowie das eckige, amerikanisch angehauchte Design aus den Händen von Roy Haynes und Herley Copp galten als modern.

Der Zodiac (3012E) ist durch die Doppelscheinwerfer leicht vom kleinen Bruder Zephyr zu unterscheiden. Frühe Zephyr mit V4 (3008E) verfügten auch nicht über einen richtigen Kühlergrill, die Luft wurde unterhalb der Stoßstange am Reserverad vorbei zum Kühler geleitet. Das nach vorne verlegte Reserverad ermöglicht zwar einen größeren Kofferraum, sorgt aber auch für eine unausgewogene Gewichtsverteilung und ein nicht befriedigendes Fahrverhalten.
Der Executive (3022E) bildet das Top-Modell mit serienmäßigen Lederpolstern, hochwertigen Teppichen, Walnuss-Holzverkleidungen, Schiebedach, Scheibenwaschanlage, zweistufige Scheibenwischer, Zigarettenanzünder, Drehzahlmesser, Zeituhr, Amperemeter, Automatikgetriebe, Rückfahrscheinwerfer und Zusatzscheinwerfern. Servolenkung, Automatik und Overdrive-Getriebe waren gegen Aufpreis für alle Sechszylinder zu bestellen. Selbst das Lenkradschloss stand anfangs noch auf der Aufpreisliste, wurde aber bald gesetzlich vorgeschrieben. Auch die höhenverstellbare Lenksäule war Serienausstalltung. Die großen V6 Motoren blieben im Heitmatmarkt den Zodiac und Executive Modellen vorbehalten, im Export konnte man sie jedoch auch in den kleineren Modell en ordern. Die Lenkradschaltung wurde meist in Verbindung mit der durchgehenden Sitzbank vorne verbaut. Das Fahrzeug wurde somit zum Sechssitzer.

Zodiac Estate
Zodiac Estate

Wie bei Ford England üblich wurden die Estate Kombi-Versionen außer Haus gebaut. E.D. Abbotts in Farnham baute die Limousinen (meist Zodiac) zum damals größten Kombi englischer Produktion um. Wohl auch weil das Reserverad unter die Motorhaube wanderte. Der Umbau war jedoch recht teuer, daher wurden nur wenige Kombi mit dem Vinyldach verkauft. Das Top-Modell von Ford England war nun der Ford Executive.

Noch seltener waren die für die englische Polizei umgebauten Allrad "Z-Cars". 1968 orderte das britische Innenministerium bei Harry Ferguson die ersten 22 umgebauten Streifenwagen. Das Ferguson Allrad System war schon aus dem Jensen Interceptor FF bekannt, Dunlop liefert das mechanische Maxaret ABS. Durch das höhere Gewicht und den zusätzlichen Frontantrieb musste das Fahrwerk komplett überarbeitet werden: Die vorderen McPherson Federbeine wurden durch Doppelquerlenker ersetzt. Der Umbau kostete über eintausend Pfund - zuviel für die englische Polizei, die fortan lieber den neuen Range Rover bestellte.

Mit einem moderaten Facelift 1969 werden 14 Zoll Räder, gepolstertes Lenkrad, Holzfurnier auf dem Armaturenbrett, Mittelschaltung und Einzelsitze Standard (auf Wunsch war jedoch auch noch die alte Konfiguration möglich). Der Zephyr bekam nun einen "richtigen" Dummy Kühlergrill.
Im Herbst 1971 wurde noch der Zephyr Special nachgeschoben. Basierend auf dem Zephyr 6 De Luxe war er mit Stoßstangenhörnern, Kotflügelspiegeln und einigen Zodiac Zierteilen ausgestattet. Die rund 1.000 gebauten Fahrzeuge waren alle uraniumblau lackiert und hatten ein helles Vinyldach.

Die Sechszylinder galten als durchweg ausreichend motorisiert - wenn auch nicht so laufruhig wie ihre Vorgänger. Der aus dem Corsair übernommene V4 litt jedoch unter Qualitätsmängeln und auch die Rostanfälligkeit der Mk.IV-Modelle war berüchtigt. Insgesamt ging diese Baureihe nicht als großer Erfolg in die englische Ford Geschichte ein, sie wurden in zeitgenössischen Testberichten als Fehlkonstruktion tutliert.

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