Schlendern zwischen Möbeln, Motoren
und Musik
Das Industriegebiet in Zieverich lädt nicht unbedingt zum Träumen ein.
Die „KultTour“-Oldtimer-Show und Ausfahrt schaffte wieder einmal genau
das und ließ Augen und Autos in der Nachmittagssonne um die Wette
glänzen. „Was im Rheinland schon zum dritten Mal stattfindet, ist nach
kölscher Sitte bereits Tradition“, freute sich Organisator Peter
Orlowski über das gelungene Familien-Event mit verkaufsoffenem Sonntag
im Möbelhaus, das zahlreiche Besucherinnen und Besucher auf den
Porta-Parkplatz lockte. „Diese Veranstaltung ist aus dem Bergheimer
Terminkalender nicht mehr wegzudenken“, lobte auch Bürgermeister
Volker Mießeler das Engagement in der Kreisstadt. Mit am Start waren
auch der Ford Oldtimer- und Motorsport Club aus Köln und der Mercedes
Benz R129 SL Club als Unterstützung. Auf der Bühne bot ab Mittag ein
buntes Rahmenprogramm mit Livemusik von Marcel Wirtz, DJ Jascha Breuer
und der Kindertanzgruppe Torschwälbchen beste Unterhaltung, an den
Verpflegungsständen war die KG Bergheimer Torwache im Einsatz.
Der Plan, vom Frühjahr in den Spätsommer zu gehen, ging voll auf: Rund
100 historische Fahrzeuge waren zur Ausfahrt angemeldet, die dieses
Jahr nicht durch die Bergheimer Stadtteile, sondern knapp 63 Kilometer
unter anderem durch die verlassenen Dörfer Manheim und Morschenich
Richtung Tagebau Hambach führte. Automobillegenden wie ein extrem
seltener Packard 1001 Sedan aus den 30-Jahren oder der als
Gangsterlimousine bekannte Citroen 11 CV von 1953 reihten sich mit
PS-starken Mustangs oder deutschen Kultkarren wie dem Ford Taunus und
Capri, liebevoll dekorierten Bullis oder kleinen Käfern mit ein. Mit
einem Porsche-Motor unter der Haube war zumindest unter Letzteren ein
Wolf im Schafspelz. Um Geschwindigkeit ging es den Teilnehmenden gar
nicht, Ziel war es einfach, auf der Fahrt die Landschaft zu genießen.
Der Blick über die Tagebaukante führte eindrucksvoll vor Augen, wie
sehr sich die Region verändert - Vergangenheit und Zukunft geben sich
hier die Hand.
Fotos: Fritz
Müller, fomcc