Ford’s Karosserielieferanten [Teil 5] – Papler in Köln
Das 1868 gegründete Karosseriewerk Papler & Sohn GmbH, Köln, baute 1908 zum ersten Mal eine Automobil-Karosserie, gewann auf diesem Gebiet aber erst in den zwanziger Jahren eine gewisse Bedeutung. Einzelanfertigungen gab es auf Fahrgestellen zahlreicher deutscher und ausländischer Marken, Serienkarosserien im wesentlichen nur für Adler und für Ford.

Opel 21/50PS Cabriolet

Die ersten PKW- Aufbauten aus dem Jahre 1923 wurden auf Opel und Benz Fahrgestellen errichtet.

Für die Frankfurter Adler-Werke war man neben Ambi-Budd, Autenrieht, Baur, Buhne, Dörr & Schreck; Drauz, Hebmüller, Hornig, Gläser, Karmann und Wendler ein Hauptlieferant.

Titelblatt Motor und Sport
Titelblatt Motor und Sport

Dies macht das Titelblatt der "Motor und Sport" von 1923 deutlich. Polo galt wohl auch damals schon als ausgesprochen elitäre Sportart und verleiht dem volkstümlichen Adler einen höheren Status.

Papler nutze damals auch die weit verbreiteten Weymann Patente. Dabei wurde über den üblichen Eschenholz Rahmen der Karosserie Kunstleder gespannt und Kosten und Gewicht zu verringern. Eine Bauweise, die sich bei primitiven Wagen wie dem Lloyd  300 "Leukoplastbomber" in ähnlicher Form noch bis in die 50er Jahre retten sollte.

Mercedes-Benz SSK

Zu den besonders eleganten Aufbauten aus der Vorkriegszeit gehörten jene auf Maybach oder Mercedes-Benz SS Chassis. Andere Luxus-Marken mit Papler Aufbau waren die Röhr Achtzylinder, Rolls-Royce, Selve und Minerva.

Mercedes-Benz Typ 290

1933 wurden u.a. das Citroën Modell AF aus Kölner Lizenz-Produktion eingekleidet.
1936 begann die Aufrüstung der Wehrmacht. Die nunmehrige Papler Karosseriewerk GmbH nahm die Herstellung von Aufbauten für Nutz- und Spezialfahrzeuge hinzu.

Ford V8 Funkkraftwagen

Im Krieg mussten auch Zwangsarbeiter in großen Stückzahlen Holzpritschen für die Ford LKW der Typen G987T und V3000S zusammenzimmern.
Verbreitet waren auch Funkkoffer Aufbauten auf Ford V8-51 Chassis.

Ford V8 Spezial-Protze

Als später auch private PKW zunehmend von der Truppe eingezogen wurden baute Papler den beliebten V8-Ford zur Behelfs-Protze um. So konnten neben der 2cm-Flak auch gleich vier Soldaten befördert werden (siehe Bild).

Nach Kriegsende baute Papler viertürige Kübelwagen Aufbauten auf PKW Chassis. Hauptabnehmer war die Kölner Polizei, vereinzelte Fahrzeuge wurden aber auch an Feuerwehren geliefert.

Ford Taunus Kübelwagen

Neben dem Buckeltaunus musste ab 1952 auch der Käfer als Chassis-Spender herhalten.
Natürlich war es mit dem Abschneiden des Dachs nicht getan, denn sowohl beim Käfer als auch beim Buckel-Taunus war die Karosserie auf dem Plattform-Rahmen bereits mittragend.

VW Kübelwagen

Beim Käfer verstärkte eine Strebe zwischen den B-Säulen den Aufbau. Sie konnte gleichzeitig als Haltegriff für die hinteren Passagiere dienen. Auch der Windschutzscheiben Rahmen trägt maßgeblich zur Erhöhung der Festigkeit bei.
VW Kübelwagen
Die Türen wurden oft weggelassen und durch Ketten ersetzt. Ca. 150 Exemplare dieses Typs wurden gebaut; sieben davon sind heute noch bekannt.

Auch nach dem zweiten Weltkrieg wurden vor allem Serien- und Sonderkarosserien für Ford geliefert, bis die "Fahrzeugwerke Ansbach und Nürnberg AG" (FAUN) den Betrieb per 1.1.1955 übernahmen. Auch für den neuen Herrn war man wieder hauptsächlich im Rüstungsgeschäft tätig.

Zu dieser Zeit erhielt das Werk in der Bremerhavener Straße (Köln-Merheim) auch einen eigenen Gleisanschluss an die Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn. Danach dient er diesen als Reparaturwerk, es wurden aber weiterhin noch Press- und Stanzteile für Ford und für Magirus-Deutz hergestellt.
 



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