Nach
dem großen Erfolg des Modell-Y
in England erhält der „Ten“ (auch 7W oder Modell-C genannt) einen
größeren Motor mit
1.172 ccm Hubraum. Der Ten verfügt gegenüber dem parallel
angebotenem
„Eight“ als Zwei- oder Viertürer einen längeren Radstand.
Ten und Eight boten die Basis für
die englischen Ford Modelle der nächsten zwanzig Jahre. 1938 wurde
mit wenigen Änderungen aus dem Ford Ten der E93A Prefect und 1939
aus dem Eight die Anglia (E04A). Trittpretter und Winker entfielen, die
Windschutzscheibe konnte nicht mehr ausgestellt werden. 1941 wurde der
Bau kriegsbedingt
ganz eingestellt, aber schon im Juni 1945 wieder aufgenommen.
Ford Anglia 1948
Ab
Frühjahr 1948 wurden Ford Anglia
(E494A), Prefect (E493A) und Thames Lieferwagen (E83W) nach USA und Kanada exportiert.
Natürlich wurden sie dazu auf Linkslenkung umgerüstet, das Standlicht
wurde auf die Kotflügel verlegt und alle Modelle haben den größeren
1,2 Liter Motor. Die geplanten Absatzzahlen von 12.000 Stück konnte
jedoch längst nicht erreicht werden, 1948 wurden nur 3.500 über
den großen Teich verschifft. Auch nach einer drastischen Preisreduktion
blieb der Verkauf schleppend. Die kleinen Autos aus England mit ihrer
Vorkriegskonstruktion
passten nicht zu den in USA modernen Achtzylindern mit viel Chrom und
ausladenden
Formen.
1953 erscheint ein abgespecktes E494A Modell als 103E (Export:
104E) Popular. Ohne Luftfilter, Beifahrer-Sonnenblende,
Öldruck-Warnleuchte, mit lackierten Stoßstangen und
seinem Blecharmaturenbrett
ist er das billigste Auto in England. Selbst in Köln wird Anfang der
50er
Jahre über eine Anglia Produktion mit Taunus
Komponenten nachgedacht, um für den erfolgreichen Volkswagen einen
preiswerten Konkurrenten anbieten zu können.

Anglia 100E
1953
Als Höhepunkt der Seitenventiler-Entwicklung von Ford England gilt die 100E Baureihe der zweitürigen Anglia und dem besser ausgestatteten, viertürigen Prefect im gleichen Jahr. Mit selbsttragender Pontonkarosserie und McPherson Vorderachse ist er viel moderner, hat aber immer noch den antiquierten Motor unter der Haube. Dennoch war die Anglia Mitte der 50er Jahre dort Fords Verkaufsschlager.
Ford Squire
Escort und Squire Kombis (E04C/E494C) sowie der Thames Lieferwagen (300E) folgen, aber 1959 markiert die Anglia 105E mit OHV Motor und Viergang-Getriebe das Ende der Baureihe. Auch der Prefect 107E erhält den moderneren Antrieb der Anglia und bleibt bis 1961 das billigste Auto im Vereinigten Königreich.