M8 und M20 Light Armoured Car "Greyhound"

Baujahr: 1943, Stückzahl ca. 11.000 M8 und 3.791 M20, davon rund 6.000 aus den Ford Werken in Chicago und Twin Cities
Motor: Hercules JXD-Dieselmotor im Heck, 6-Zylinder, 110 PS
Kraftübertragung: synchronisiertes 4-Gang Schaltgetriebe, 6x4 Radantrieb
Besatzung: vier Mann (Kommandant, Richt-/Ladeschütze, Fahrer und Funker)
Gewicht: 7,8 Tonnen
Bewaffnung: Kanone 37 mm M6 und Maschinengewehr 7,62 mm oder 12,7 mm

M8 Greyhound in Paris 1944
M8 Greyhound in Paris 1944

Der M8 Greyhound war ein amerikanischer Spähpanzer, der von amerikanischen und britischen Truppen während des 2. Weltkriegs in Europa und im Fernen Osten eingesetzt wurde
Im Juli 1941 startete das Beschaffungsamt der US Army die Entwicklung eines neuen schnellen Jagdpanzers als Ersatz für den M6 37 mm Gun Motor Carriage. Ziel war ein 6x4-Radfahrzeug, bewaffnet mit einer 37 mm Kanone und einem koaxialen Maschinengewehr im Drehturm. Die Panzerung an der Vorderseite sollte 12,7 mm-Munition, an der Seite 7,62 mm-Munition standhalten können. Prototypen wurden von Studebaker (T21), Ford (T22) and Chrysler (T23) geliefert, alle in Auslegung und Erscheinungsbild recht ähnlich. Im April 1942 wurde die T22 Version von Ford ausgewählt. Mittlerweile war klar, daß die 37 mm-Kanone gegen die Panzerung der deutschen Panzer nichts ausrichten konnte, so dass der neue Panzerwagen, nun "M8 Light Armored Car" genannt, die Aufklärungsrolle zu übernehmen hatte. Die Panzerung reichte von 3 mm auf der Unterseite bis 19 mm auf der Vorderseite und am Turm. Die Serienfertigung konnte aufgrund von technischen Schwierigkeiten und Vertragsproblemen erst im März 1943 aufgenommen werden. Die Briten nannten den M8 Greyhound, wegen seiner hohen Geschwindigkeit und der dünnen Panzerung.

Der M8 besaß einen oben offenen Drehturm mit einer 37 mm M6 Kanone und einem 7,62 mm Browning Zwillingslauf Maschinengewehr; zur Flugabwehr besaß er zusätzlich ein 12,7 mm M2 Maschinengewehr. Die Besatzung bestand aus Kommandant, Richt-/Ladeschütze, Fahrer und Funker (der auch als Fahrer fungieren konnte). Fahrer und Funker saßen im vorderen Teil, während Kommandant und Richt-/Ladeschütze im Turm saßen, der Kommandant auf der rechten Seite. Das Fahrzeug war mit 80 Schuß 37mm-Munition aufmunitioniert  (Fahrzeuge mit einem zweiten Funkgerät hatten weniger, manchmal nur 16 Schuß), 1.500 Schuß 7,62mm-Munition und 400 Schuß 12,7mm-Munition. Außerdem waren 16 Handgranaten, vier Nebelwerfer (M1 oder M2), 6 Minen und M1 Karabiner vorhanden.

Der M8 kam 1943 zum ersten Mal in Italien zum Einsatz und wurde von der US Army in Europa und im Fernen Osten verwendet. In Asien wurde er manchmal auch in seiner ursprünglichen Rolle als Jagdpanzer eingesetzt, weil er mit seiner 37 mm Kanone die meisten japanischen Panzer bekämpfen konnte. Über 1.000 Stück wurden nach Großbritannien, Frankreich und Brasilien geliefert.

Das Fahrzeug galt als leise, schnell, recht zuverlässig (nach der Lösung einiger technischer Probleme) und als ausreichend bewaffnet und gepanzert für Aufklärungszwecke. Die Aufklärungseinheiten kritisierten jedoch die mäßige Geländegängigkeit. In den bergigen Gegenden Italiens und im Schlamm und Schnee des europäischen Winters war der M8 mehr oder weniger auf Straßen angewiesen, was seinen Nutzen als Aufklärungsfahrzeug einschränkte. Er war auch empfindlich gegenüber Minen. Die Briten verstärkten die Bodenpanzerung manchmal durch Sandsäcke. Ein anderes Problem war, dass die Kommandeure die Aufklärungseinheiten oft zur Feuerunterstützung einsetzten, wofür die dünn gepanzerten M8 ungeeignet waren.

M20 Ford armoured utility car

Die US Army sah sich bereits ab 1943 nach einem Nachfolger für den Greyhound um. Zwei Prototypen, Studebaker T27 and Chevrolet T28 wurden im Sommer 1944 fertiggestellt. Beide waren dem M8 überlegen, aber man entschied, das Projekt fallenzulassen. Der M8 wurde später zum M20 verbessert, welcher als Stabsfahrzeug oder Truppentransporter (er konnte bis zu 6 Personen aufnehmen) eingesetzt wurde. Wenige Beutefahrzeuge wurden von der Wehrmacht eingesetzt.

Nach dem Krieg wurde der M8 für Besatzungszwecke verwendet, überstand Kampfeinsätze im Koreakrieg und wurde von der US Army kurz danach außer Dienst gestellt. Einige M8 wurden an die amerikanische Polizei abgegeben und waren dort bis in die 90er Jahre im Einsatz. Frankreich verwendete den M8 bis zum Indochinakrieg. Viele vorher von den USA, Großbritannien und Frankreich verwendete Fahrzeuge wurden in andere NATO-Staaten und Länder der Dritten Welt exportiert. Sie sind in einigen Ländern Afrikas und Südamerikas zum Teil noch heute im Einsatz .

M8 bei der Übergabe an den Bundesgrenzschutz
M8 bei der Übergabe an den Bundesgrenzschutz

Ab 1951 bis ca. 1963 wurde der M8 Greyhound als Sonderwagen M8 beim Bundesgrenzschutz verwendet. Die Hauptbewaffnung wurde ausgebaut und durch ein MG 42 ersetzt.

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